zurück DIE KURZGESCHICHTE DER STELLINGS Großvater mütterlicherseits war Polier im Hamburger Hafen. Kesselbau auf der Stülkenwerft. Holst Hoch- und Tiefbau war sein Arbeitgeber. 50 Jahre in einem Unternehmen. Zum Jubiläum eine Uhr und ein Holzbrett mit dem Titel: “August mog so wider” (August mach so weiter). Mein Großvater war schon 66 Jahre alt. Seine Frau “Guschi”, Oma, war nur lieb. Großvater väterlicherseits war Standesbeamter, das wohl hundertprozentige Gegenteil. Seine Frau (Oma) war auch nur lieb, Minna. Mutter, Hedi Meyn, verheiratete Stelling, war eine Vorzeigemutter für die ganze Welt. Die „Mutter Teresa“ der Stellings. Mutter war stark, lieb, lustig und schön, intelligent war sie auch. Dolmetscherin – Übersetzerin hatte sie beruflich ausgeübt, bevor sie meinen etwas verrückten Vater heiratete. Vater Alfred war auch ein Protobeispiel eines Vaters. Handelsvertreter, Kriegsgeschädigter, Sportbesessener. Victoria Hamburg und Fußball waren seine Leidenschaft, aber auch die Kneipe gegenüber mit Poldi, Helmut und anderen. “Bei Kuddel Dutt” hieß dieser geliebte Stammtisch. Die Zeit im Krieg war grausam, Vater in Russland und Mutter bekam ihr erstes Kind, Dieter. Vater wieder zu Hause in Hamburg, ein Bein amputiert, und unsere Schwester Ingrid kam zur Welt. Sie starb leider sehr jung an Diphtherie und Scharlach. Eine Welt brach für meine Eltern zusammen. Heiner wurde geboren, der Mittlere. Nun war meinen Eltern klar, erst eine Junge, dann ein Mädchen, wieder ein Junge, jetzt müsste eigentlich wieder ein Mädchen folgen. Falsch gedacht, Ulli kam zur Welt, ja ich. Am 29.6.1946 war das Drama endgültig, Mutter musste 4 Männer großziehen. Vater und 3 Söhne der lieben Mutter Hedwig Stelling. Eine harmonische Familie, eine Freundschaft von 5 Familienmitgliedern wie es sich eigentlich alle träumen. Victoria HH-Sport, an der Höhenluft Ch. Puan-Klent (Sylt), unser jährlicher, glücklicher Urlaub, auch Niendorf an der Ostsee immer am Wochenende, haben uns geprägt. Auch finanziell war alles in Ordnung, na ja, mehr oder weniger. Die Handelsvertretung unseres Vaters konnte uns ganz gut ernähren. Oma und Opa, also von beiden Seiten, haben ihr Nötiges immer beigetragen. So hatten wir Kinder von Beginn an Fernseher, ein Auto war schon in den 50er Jahren vorhanden, ein Opel P4 mit Handgas wegen Vaters Kriegsbeschädigung. Wir fuhren jedes Jahr in Urlaub, auch das war nicht für alle Kinder normal. Meine Brüder spielten bei Victoria Fußball, Heiner, der Mittlere, war wohl der Beste von uns Dreien. Dieter, der Älteste, spielte schon mit dem Vater von Stefan Effenberg in einer Mannschaft und ich in der vierten Jugendmannschaft und dann wurde ich auch noch oft ausgewechselt, war eben immer schneller als der Ball. Mein Freund Gunnar Hünisch, der Sohn von Hamburgs Schauspielerin Christa Siems, hatte mich dann mit zum “HBC HEROS” genommen, Probetraining im Amateurboxsport. Hier fand ich mein zweites Zuhause. Kameraden wie Dieter Kotisch, Jürgen Blin, Peter Wulf, Peter Cornand usw. gaben mir Mut und Anregung, diesen Sport zwanzig Jahre aktiv zu betreiben. Nun war ich wieder kein Talent, aber meine Kämpfe habe ich bestritten und immer mit viel Angst, aber diese Angst zu überwinden war mein Sieg, mein Selbstvertrauen, meine Zukunft. Die Volksschule haben alle drei Brüder absolviert, auch abgeschlossen. Sitzengeblieben ist auch keiner. Dieter lernte Talimann im Hamburger Hafen. Heiner, Verkäufer bei Karstadt und ich Maschinenschlosser bei W. Eduart Puck – Hanseatische Metallwaren. Mutter starb sehr früh, mit 46 Jahren, an Krebs. Vater zwei Jahre später, keiner weiß genau woran, ich glaube an Kummer über Mutter’s Tot. Meine Lehre habe ich abgebrochen, um Geld zu verdienen, die Miete musste bezahlt werden. Meine Brüder waren schon aus dem Haus. Heiner und Dieter haben früh geheiratet. Auf mich allein gestellt bin ich mit einem Schlauchboot auf die Ostsee und habe nachts bei einem Glas Wein und Weißbrot meine Zukunft festgelegt. Alles was ich mir in dieser Nacht vorgenommen habe, ist in Erfüllung gegangen. Heiner ist heute fast Rentner, Dieter ist Rentner und ich auch. Ich lebe in Spanien, habe eine nur liebe Tochter, Stevie, heute 22 Jahre jung und studiert Jura in Valencia. Meine Frau Bettina Stelling geb. Staak, habe ich nach fast 30-jähriger Freundschaft & Liebe 2002 in New Orleans geheiratet. Als Bauträger mit ca. 12 Mitarbeitern verdiene ich gutes Geld und bin eigentlich nur glücklich. Nun, wenn meine Homepage fertig ist, werde ich mich an mein Buch ranmachen, es wird ein Bestseller, davon bin ich überzeugt. Die Überschrift lautet: Aus der Sicht eines Geborenen. Ich werde dieses Buch meinem Freund Wolfgang Kahle widmen, denn er hat mein Leben positiv beeinflusst. Erfolg und zwerchfellaktive Zeit habe ich seit seiner Freundschaft erlebt und so gute Ratschläge, dass ich sie weitergeben muss. Politisch wird auch noch einiges folgen. |